Was macht ein Fondsmanager?
Mittwoch, 28.02.2018

Was macht ein Fondsmanager?

Fondsmanager sind Spezialisten der Kapitalanlage. Ihr Ziel: Das Geld der Anleger zu vermehren. Doch wie genau machen sie das?

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Kapitalmärkte und Weltpolitik analysieren, Unternehmensvertreter und Branchenexperten treffen, Research auswerten, sich mit Kollegen austauschen und daraus Kauf- und Verkaufsentscheidungen ableiten: Die Aufgaben im Fondsmanagement sind vielfältig. Die Fondsmanager sind Spezialisten für die Kapitalanlage. Sie legen das Geld der Kunden an den Finanzmärkten an und verfolgen das Ziel, unter einem bestimmten Risikograd höchstmögliche Erträge zu erzielen.

Was macht ein Fondsmanager?

Das Geld der Kunden mehren

„Das bringt natürlich eine große Verantwortung mit sich“, sagt Andreas Döring, Aktienfondsmanager bei Union Investment. „Das Entscheidende ist, die künftig aussichtsreichsten Aktien zu identifizieren. Dazu nehmen wir aber keine Glaskugel, sondern treffen Entscheidungen auf Basis von Daten und Fakten immer wieder neu. So mehren wir das Geld unserer Kunden“, verdeutlicht Döring. Der 31-Jährige ist Spezialist für den asiatischen Markt und verantwortet drei Aktienfonds, die ausschließlich dort investieren. Täglich ist er auf der Suche nach vielversprechenden Investmentideen in China, Japan, Südkorea, Indien oder Thailand. Doch wie genau geht das?

„Bei der Analyse der Unternehmen schauen wir uns äußerst genau ihr Geschäftsmodell, ihre Strategie, ihre Produkte sowie ihre Bilanzkennzahlen an“, erklärt Döring. Eine Herausforderung dabei ist die Informationsflut, die jeden Tag über ihn und seine Kolleginnen und Kollegen hereinbricht. „Das Wichtigste ist, nur die für uns relevanten Informationen herauszufiltern. Hierzu nutzen wir verschiedene Programme und Tools, um am Ende eine gute Entscheidung im Sinne der Anleger treffen zu können.“

Fondsmanagement trifft Unternehmensleitung

Um eine bestmögliche Entscheidung treffen zu können, ist es darüber hinaus wichtig, auch den persönlichen Kontakt zu Analysten und Unternehmen zu haben. „Wir treffen regelmäßig die Managementteams der Firmen, in die wir schon investiert sind oder die wir als mögliche Neuinvestition aufgespürt haben – entweder bei Union Investment in Frankfurt oder bei den Unternehmen vor Ort, wenn es nicht anders geht auch in einem Call. Der persönliche Eindruck zählt viel. Außerdem können wir dann unsere Fragen und in einigen Fällen auch unsere Forderungen direkt beim Management platzieren“, so Döring.

Indizes

Für die Arbeit von Andreas Döring sind die asiatischen Börsenbarometer wie beispielsweise der japanische Nikkei 225-Index oder der Hang Seng-Index in Hongkong wichtig. Sie sind das Pendant zum Deutschen Aktienindex (DAX), bezogen auf Japan beziehungsweise China.

Gerade bei diesen Treffen ist es für den Fondsmanager sehr wichtig, auch ein wenig zwischen den Zeilen zu lesen. Die verschiedenen Kulturen unterscheiden sich stark voneinander: „Japaner sind sehr bescheiden und würden eher selten von sich aus sagen, dass ihr Unternehmen gerade richtig gut läuft. US-Amerikaner sind hingegen meist sehr optimistisch und erzählen, wie toll alles ist, auch wenn das nicht immer der Fall ist“, weiß Döring.

Für den Fondsmanager kommt es also nicht nur allein auf Zahlen und Bewertungen an. Am Ende ist es wie bei einem Puzzle: Erst das Zusammenspiel aus vielen verschiedenen Informationen und Eindrücken führt am Ende zu einem positiven oder negativen Gesamteindruck – und damit eventuell auch zu einer Kauf- beziehungsweise Verkaufsentscheidung.

Zeit für tiefe Einblicke

Während die Treffen mit den Unternehmen oder Analysten oft am Nachmittag stattfinden, besteht der Vormittag von Andreas Döring insbesondere aus der Analyse. Er informiert sich über aktuelle Themen und Trends, beobachtet und prüft die Bewegung an den Kapitalmärkten, tauscht sich mit Kollegen dazu aus und beschäftigt sich mit Research. Dabei handelt es sich um teils sehr komplexe und umfassende Analysen und Bewertungen zu Unternehmen, die entweder bereits im Fonds enthalten oder potenzielle Neuerwerbungen sind. „Die Unternehmensanalyse ist der Kern unserer Arbeit“, sagt er. „So kann ich herausfinden, welche Aktie noch Kurspotenzial bietet, ob sie noch zu Recht im Fonds ist oder eher ein Verkaufskandidat.“

Grundsätzlich spielen bei den Kauf- oder Verkaufsentscheidungen neben den Unternehmenszahlen und dem persönlichen Eindruck sehr viele verschiedene Faktoren eine Rolle. Wie ist das Wachstum im Land, in dem das Unternehmen ansässig ist? Wie steht es um die politische Situation? Gibt es regulatorische Änderungen, aus denen vielleicht Gegenwind für das Geschäftsmodell erwächst? Entscheidet sich Döring schließlich, in ein Unternehmen zu investieren, erteilt er eine Order mit der gewünschten Stückzahl der Aktien an den sogenannten Trading Desk. Die Händler dort sind die zentrale Stelle für alle Wertpapierkäufe und -verkäufe bei Union Investment. Ein Fondsmanager kauft die Aktien für seine Fonds meist also nicht selbst, sondern überlässt das den Fachleuten auf diesem Gebiet.

Der Tag eines Fondsmanagers

  • Was macht ein Fondsmanager?
    Andreas Dörings Arbeitstag beginnt meist schon beim Frühstück. Dort und auf dem Weg zur Arbeit informiert er sich bereits über die Kapitalmärkte und die Wertentwicklung seiner Fonds.
  • Was macht ein Fondsmanager?
    Gegen 8 Uhr erreicht er in der Regel das Büro und bereitet sich auf die bevorstehenden Aufgaben des Tages vor.
  • Was macht ein Fondsmanager?
    Im täglichen Austausch mit Kollegen informieren sich die Fondsmanager gegenseitig über die Entwicklungen der Märkte und einzelner Unternehmen.
  • Was macht ein Fondsmanager?
    Anschließend beschäftigt sich Andreas Döring mit der Analyse. Er liest Research zu verschiedenen Unternehmen, schaut sich die Marktbewegungen an und entwickelt Investmentideen.
  • Was macht ein Fondsmanager?
    In seiner Mittagspause geht der Fondsmanager gerne eine Runde am Main joggen, um den Kopf für den Nachmittag frei zu bekommen. Der Besuch der Kantine fällt dann zwar etwas kürzer aus, darf aber nicht fehlen.
  • Was macht ein Fondsmanager?
    Nach der Mittagspause stehen oft Treffen mit Analysten oder Unternehmen – beispielsweise aus dem asiatischen Raum – auf der Agenda. Hier kann sich Döring genau über die Strategie und Produkte seiner Gäste informieren und dem Management direkt mit Fragen auf den Zahn fühlen.

Im Team zum Erfolg

„Zwar trifft jeder Fondsmanager die Entscheidungen für seine eigenen Fonds und hat deren Entwicklung zu verantworten, aber alles in allem ist das Teamarbeit. Es gibt so viele Investmentideen weltweit, ein einzelner Fondsmanager kann diese nicht alle überblicken. Daher arbeiten wir in Teams, in denen wir Investmentideen erarbeiten und gegenseitig vorschlagen“, sagt Döring. Auch der Austausch mit Fondsmanagern aus anderen Bereichen ist immens wichtig. Die Kollegen dort analysieren zum Beispiel Anleihen, Währungen oder volkswirtschaftliche Zusammenhänge.

Anleger bekommen von all diesen komplexen Abläufen, Analysen und Bewertungen wenig mit. „Wir versuchen, durch unsere fundierten Kenntnisse über Wirtschaft, Kapitalmärkte und Unternehmen eine gute Rendite für den Kunden zu erzielen und übernehmen dabei auch das Risikomanagement“, sagt Döring. „Das Schöne daran für den Kunden ist, dass er sein Geld nur einmalig – oder auch als Sparplan – zum Beispiel in einen Aktienfonds investiert und sich anschließend zurücklehnen kann. Alles Weitere übernehmen wir dann für ihn.“

Was macht ein Fondsmanager?

Andreas Döring ist seit August 2013 als Portfoliomanager im Bereich Aktien bei Union Investment tätig. Sein Analyseschwerpunkt liegt auf den asiatischen Aktienmärkten. Zuvor absolvierte er im gleichen Haus ein Traineeprogramm. 2012 erwarb Döring den Master in Finance an der Durham University in England. Er ist zudem CFA Charterholder.

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