Von der guten Idee in die Selbständigkeit
Mittwoch, 07.11.2018

Von der guten Idee in die Selbständigkeit

Eine Geschäftsidee erfolgreich durchziehen: Dazu braucht man Mut, einen guten Plan und Finanzwissen.

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Der Traum vom eigenen Geschäft war schon länger in Julias Kopf. Letztlich brachte ein Zufall sie auf die entscheidende Idee. Beim Einkauf im Drogeriemarkt stellte die 32-jährige Marketingmanagerin fest, dass es zwar eine Menge plastikfreie Kosmetik gab, aber kaum biologisch abbaubare Hygieneartikel. Durch die Entdeckung dieser Marktlücke war eine neue Geschäftsidee geboren, mit der sich Julia vor Kurzem selbstständig gemacht hat. Nach über einem Jahr Vorbereitung ist sie nun offiziell Unternehmerin und vertreibt gemeinsam mit einer Freundin nachhaltige und plastikfreie Hygieneartikel aus Bio-Baumwolle über das Internet.

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Den Überblick behalten

„Bei einer Gründung feilt man zehn Prozent an der Geschäftsidee und 90 Prozent an der Umsetzung“, fasst sie ihre Erfahrungen als Jungunternehmerin zusammen. Für Julia bestand eine große Hürde darin, bei allem, was sie tat, auch die nächsten Schritte ihres Projekts im Blick zu haben und nicht alle Baustellen auf einmal anzugehen. Eine gute Organisation war deshalb wichtig. Aufgabenlisten zum Abhaken, eine strenge Selbstkontrolle und kostenlose Projektmanagement-Software halfen ihr, die einzelnen Schritte zu strukturieren und den Überblick zu behalten. Als sie schließlich erfolgreich war, stand die nächste Herausforderung vor der Tür: Personal – was viel Verantwortung und auch Wissen verlangt, vom Einstellungsgespräch bis zum Arbeitsvertrag. „Man muss die Person sein, die jederzeit den Plan hat. Das wird erwartet“, erinnert sich Julia.

Beratung ist wichtig

Von der Idee bis zum offiziellen Start ihres eigenen Unternehmens hat sie eine Menge dazugelernt. „Ziehen Sie die Selbstständigkeit nicht alleine durch“, rät sie angehenden Gründern. „Beraten Sie sich mit Menschen aus Ihrem Umfeld, mit Fachleuten, die ihren Rat anbieten, und machen Sie sich auch im Internet schlau.“ Damit aus einer guten Idee eine große Sache wird, sei Wissen die beste Grundlage.

Sechs-Punkte-Programm für Gründer

Spielen Sie auch mit dem Gedanken, ein eigenes Unternehmen zu gründen? Egal aus welcher Idee ein Geschäftskonzept werden soll, es ist immer hilfreich, möglichst früh in sich selbst hineinzuhorchen und zu fragen: Bin ich der Typ dafür? Traue ich es mir zu, die Belastungen der Anfangsphase und die Verantwortung zu tragen? Doch das reicht natürlich noch nicht aus. Bevor das eigene Unternehmen an den Start gehen kann, gibt es einiges zu beachten:

  • Der Geschäftsplan: Er ist Kern und Anfang von allem. Bringen Sie Ihre Idee zu Papier. Sammeln Sie dafür alle Informationen, die für Ihr künftiges Unternehmen wichtig sind. Um welches Produkt oder welche Dienstleistung geht es? Welche Fähigkeiten und Kenntnisse bringen Sie mit, die für die Umsetzung des Projekts entscheidend sind? Welche Zielgruppe soll angesprochen werden? Wie soll das Produkt vertrieben werden? Wie ist der Wettbewerb?
  • Die Rechtsform: Es gibt verschiedene Formen der Selbstständigkeit, die sich je nach Geschäftsidee anbieten. Der freiberufliche Grafiker arbeitet unter ganz anderen Bedingungen als beispielsweise die Geschäftsführerin einer GmbH oder GbR mit Angestellten. Die Anmeldung auf dem Gewerbeamt entscheidet über die Rechtsform. Auf deren Grundlage erfolgt auch der Eintrag im Handelsregister. Nützliche Tipps, was es bei den jeweiligen Rechtsformen zu beachten gilt, finden Sie zum Beispiel auf dem Existenzgründerportal des Wirtschaftsministeriums.
  • Das Gewerbeamt: Das Amt erteilt die Erlaubnis, ein neues Gewerbe zu führen. Um den sogenannten Gewerbeanmeldungsschein zu bekommen, müssen die benötigten Unterlagen beim Gewerbeamt eingereicht werden. Die meisten Ämter stellen die Formulare inzwischen im Internet zur Verfügung.
  • Die Steuern: Welche Steuerregelungen gelten für Ihre Geschäftsform? Mit welchen Steuerausgaben müssen Sie rechnen? Frühzeitig mit einem Steuerberater oder dem Finanzamt direkt in Kontakt zu treten erspart nachträgliche Probleme.
  • Die Finanzierung: In seltenen Fällen steht bereits vor der Gründung ausreichend Geld zur Verfügung, um ein eigenes Geschäft auf die Beine zu stellen. Neben einem Bankdarlehen gibt es übrigens auch verschiedene Förderprogramme vom Staat, die eine Gründung erleichtern. Wie bei vielem gilt auch hier: Eine ausgewogene Mischung schafft Stabilität. Ein Gespräch mit Ihrem Bankberater sorgt für Klarheit.
  • Das Vermögen: Selbstständigkeit bedeutet – zumindest am Anfang – häufig finanzielle Unsicherheit. Gerade deshalb sollte man ein finanzielles Sicherheitspolster nicht vernachlässigen. Unabhängig davon, wie erfolgreich Ihre Geschäftsidee wird, können Sie mit dem Vermögensaufbau beginnen. Ein Fondssparplan hilft dabei. Auch hierbei berät Sie gerne Ihr Bankberater.

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