Mut zur Lücke?
Mittwoch, 17.01.2018

Mut zur Lücke?

Man muss nicht alles wissen. Sich nicht mit Finanzdingen auszukennen kann aber teuer werden.

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Mal ganz ehrlich: Beschäftigen Sie sich gerne mit Geldthemen und Finanzen? Für die meisten ist es doch eher ein notwendiges Übel. Klar, um sein Geld sollte man sich kümmern. Aber gerne?

Nur, ob es uns gefällt oder nicht: Was auch immer wir für unser Leben planen, wir brauchen dazu die nötigen finanziellen Mittel. Ob Studium, Möbel, der Weg in die berufliche Selbstständigkeit oder ein Sabbatical – Geld ermöglicht uns, unser Leben selbst in die Hand zu nehmen und unsere Träume zu verwirklichen.

Mut zur Lücke?
Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment

Doch was hält uns davon ab, unsere Finanzen anzupacken? Zum einen macht es keinen Spaß. Zum anderen liegt es häufig daran, dass man zu wenig weiß. „Wenn ich zu wenig weiß, kann ich keine guten Entscheidungen treffen“, sagt Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment. „Bei Geldfragen ist das jedoch fatal.“ Denn es besteht die Gefahr, Produkte und Lösungen zu wählen, die nicht zu den persönlichen Bedürfnissen passen. Viele denken sich offensichtlich: Bevor ich mich falsch entscheide, mache ich lieber gar nichts. „Das kann aber nicht die Lösung sein“, meint Reinke. „Schließlich lassen sie sich so auch Chancen entgehen.“

Finanzen – ein Buch mit sieben Siegeln?

Doch wie ist es wirklich um die Finanzbildung in Deutschland bestellt? Wie groß die Wissenslücke genau ist, wollte Union Investment herausfinden und beauftragte die Marktforscher von Kantar EMNID mit einer repräsentativen Studie. Die Ergebnisse liegen nun vor und zeigen: Es gibt Handlungsbedarf.

Laut der Studie verspüren die Deutschen die größten Wissensdefizite, wenn es um Versicherungen (37 Prozent), Altersvorsorge (33 Prozent) und Geldanlage (32 Prozent) geht. Welche Probleme konkret bestehen, hängt dabei stark vom Lebensalter ab. So dreht sich insbesondere bei den jüngeren Befragten zwischen 20 und 29 Jahren vieles um Versicherungsfragen. Verständlich, schließlich ist es das Alter, in dem wir unsere Existenz aufbauen. Zehn Jahre später stehen dann eher Geldanlagethemen im Vordergrund, wenn wir fest im Job stehen. Dabei zeigt sich aber auch: Geldfragen betreffen jeden Menschen immer wieder, und das ein Leben lang.

Wissen, wo die Lücken sind

Im Rahmen der Studie wurden zudem Experten aus Finanzindustrie, Journalismus, Lehrerschaft, Politik und Verbraucherschutz befragt. Unter anderem sollten sie das Finanzwissen der deutschen Bevölkerung einschätzen. Schmeichelhaft ist das Ergebnis leider nicht: Die Fachleute vergaben lediglich die Schulnote 3,8.

Immerhin: Vielen sind ihre Defizite durchaus bewusst – ebenso die Notwendigkeit, sie zu beheben. So halten die Befragten eine bessere Finanzbildung für wichtig, vor allem bei den Themen Altersvorsorge (89 Prozent), Zinsen und Schulden, Ratenzahlung und Haushaltsbudget (79 Prozent), Zinsen und Sparen (76 Prozent) oder Versicherungen (72 Prozent).

Sich seiner Wissenslücken bewusst zu sein ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Sie dann anzugehen ist der zweite. Denn wenn die Betroffenen dies nicht tun, kann das im wahrsten Sinne des Wortes teuer für sie werden.

Hans Joachim Reinke

Vorstandsvorsitzender von Union Investment

Fazit

Mut zur Lücke ist bei Geldangelegenheiten nur bedingt geboten. Auch wenn es Sie im ersten Moment vielleicht Überwindung kosten mag: Sich mit Finanzthemen zu beschäftigen zahlt sich aus. Und vergessen Sie nicht, dass Sie mit dieser Aufgabe nicht allein dastehen. Sobald es über die Grundlagen hinausgeht und die Dinge knifflig werden, oder wenn Sie Ihr Wissen in die Praxis umsetzen und Ihre Finanzen ordnen möchten, unterstützt Sie Ihr Bankberater vor Ort. In einem persönlichen Gespräch nimmt er sich die Zeit, um gemeinsam mit Ihnen die letzten (Wissens-)Lücken zu schließen.

So werden Sie fit

Das Geheimnis des Erfolgs? Anfangen! Auch wenn es erst einmal Überwindung kostet. Das gilt beim Sport, aber auch beim Sparen. Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment, verrät im Interview, was wir für unsere Finanzbildung vom Sport lernen können. Hier geht es zum Film.

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