Die Sache mit den guten Vorsätzen
Mittwoch, 27.12.2017

Die Sache mit den guten Vorsätzen

Viele starten mit guten Vorsätzen ins neue Jahr. Doch wie gelingt es, diese Vorsätze auch dauerhaft umzusetzen?

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Gute Vorsätze für das neue Jahr zu fassen, hat Tradition: Ob mehr Sport treiben, abnehmen, sich gesünder ernähren oder weniger Geld ausgeben – mehr als jeder Dritte hatte sich für das Jahr 2017 hierzulande vorgenommen, etwas in seinem Leben zu ändern. Vielfach gelingt das jedoch nicht, und wir schaffen es nicht, uns aus der Komfortzone der Bequemlichkeit herauszubewegen. Die Mitgliedschaft im Fitnessstudio um die Ecke haben wir zwar abgeschlossen, regelmäßig trainieren gehen wir dann aber doch nicht. Und auch die Tafel Schokolade ist plötzlich in einem Rutsch gegessen – dabei wollten wir doch nur ein kleines Stückchen naschen.

„Gute Vorsätze sind nichts anderes als Ausflüchte“

Doch warum ist das so? Warum fällt es uns so schwer, gute Vorsätze dauerhaft umzusetzen? „Gute Vorsätze fürs neue Jahr sind genau das, was der Name sagt: Es sind Vorsätze, Absichtserklärungen, Willensbekundungen. Letzten Endes sind sie nichts anderes als Ausflüchte für uns selbst, irgendetwas Unkonkretes in die Wege zu leiten“, sagt Reinhold Stritzelberger, Experte für Selbstmotivation. Statt sich beispielsweise vorzunehmen, zehn Kilogramm abzunehmen, würden die meisten Menschen nur vage von „ein paar Kilos“ reden.

Die ganze Welt ist eine Ablenkungsmaschine, die versucht, unsere Zeit und unsere Energie zu bekommen und uns von unserem geplanten Weg abzulenken.

Reinhold Stritzelberger

Experte für Selbstmotivation

Das ist jedoch unverbindlich und hat seinen Ursprung oft in einem Impuls von außen. Zum Beispiel erzählt uns ein Freund, dass er jetzt abnehmen will. Und schon sagen wir zu uns selbst: Das mache ich jetzt auch. Daraus resultiert eine Absichtserklärung, die jedoch wenig durchdacht, sondern vielmehr aus dem spontanen Impuls heraus geboren ist. „Und genau diese Art von Vorhaben sind nicht dauerhaft und in der Regel auch nicht von Erfolg gekrönt“, sagt Stritzelberger. Tief in uns beginnt ein Kampf zwischen der Gewohnheit und dem Verstand. Der Verstand weiß, in welche Richtung wir gehen wollen, doch die Gewohnheit lähmt uns; und schon nach kurzer Zeit ist der gute Vorsatz Geschichte.

Ein eindeutiges Ziel definieren

Der Experte rät deshalb, sich darüber klar zu werden, was man wirklich und ganz konkret will. Die Definition eines eindeutigen Ziels steht dabei an erster Stelle. Dieses Ziel übt im Idealfall eine große Anziehungskraft aus und entfacht eine Kraft in uns, die uns nicht nur in Bewegung versetzt, sondern auch dort hält. Das große Problem ist jedoch, dass die Menschen trotzdem nicht aktiv werden. „Sie liegen abends lieber auf der Couch und lassen sich ablenken. Vom Fernseher. Von Werbung. Vom Smartphone. Die ganze Welt ist eine Ablenkungsmaschine, die versucht, unsere Zeit und unsere Energie zu bekommen und uns von unserem geplanten Weg abzulenken“, sagt Stritzelberger.

Tipp:

Schreiben Sie sich Ihr Ziel auf. Je konkreter, desto besser. Idealerweise auch mit einem zeitlichen Horizont, bis wann Sie einzelne Teilschritte erreicht haben wollen.

Verbindlichkeit schaffen

Erst wenn wir ein Ziel gewählt haben, das attraktiv genug für uns ist, schaffen wir es auch, dauerhaft ins Handeln zu kommen. Und genau das müssen wir dann auch tun: anfangen! Um Verbindlichkeit zu schaffen, rät der Experte, Freunden oder Bekannten von dem gefassten Vorsatz zu erzählen. Oder noch besser, jemandem zu versprechen, diesen zu erreichen. Auch eine kleine Wette (mit einem Wetteinsatz) kann an dieser Stelle die Motivation fördern. Ein weiterer Tipp: Das Ziel aufschreiben. Je konkreter, desto besser. Idealerweise auch mit einem zeitlichen Horizont, bis wann einzelne Teilschritte erreicht sein sollen.

Schritt für Schritt zum Erfolg

Wichtig ist zudem, klein zu starten. „Fangen Sie mit einer Sache an und nehmen Sie sich erst danach die nächste Sache vor Schritt für Schritt“, empfiehlt Stritzelberger. Hochgesteckte Ziele seien zwar sehr löblich, führten aber oft dazu, schnell wieder in alte Muster zu verfallen und aufzugeben. Hat man sich aber erst einmal zum ersten Etappenziel durchgekämpft, ist die Umsetzung des nächsten Vorhabens in der Regel schon deutlich leichter. Mit dem Rückenwind des Geleisteten und der positiven Erfahrung „Ja, ich kann das“ darf die nächste Hürde ruhig auch etwas höher sein. Stritzelberger vergleicht das mit dem Training beim Sport: „Hier wird auch nach und nach die Intensität gesteigert.“

Die Sache mit den guten Vorsätzen

Mit kurzfristiger Überwindung zum Ziel

Zuletzt rät Stritzelberger dazu, sich vorab Gedanken über eventuelle Schwierigkeiten zu machen. Wenn wir die Lösungen für mögliche Hindernisse bereits kennen, fällt es uns leichter, sie aus dem Weg zu räumen. Denn erst die Hindernisse zeigten, ob wir etwas wirklich wollen. Mit einer Schwierigkeit werden wir aber immer konfrontiert: die Notwendigkeit, sich kurzfristig überwinden zu müssen. Wollen wir zum Beispiel fit sein, müssen wir uns überwinden zu trainieren. Wollen wir abnehmen, müssen wir auf Süßigkeiten verzichten. Eine kurzfristige Überwindung ist also immer der erste Schritt für langfristige Zufriedenheit.

5 Tipps, die Ihnen helfen, Ihre Vorsätze dauerhaft umzusetzen:

1. Setzen Sie sich ein klares Ziel.
2. Kennen Sie Ihre Beweggründe.
3. Schreiben Sie sich beides auf.
4. Fangen Sie klein an.
5. Bereiten Sie sich auf mögliche Hindernisse vor.

Ein gutes Beispiel hierfür sei auch das Sparen, sagt Stritzelberger. Im Kern gehe es ja schlicht darum, regelmäßig Geld zur Seite zu legen. „Damit das funktioniert und ich langfristig Vermögen aufbaue, muss ich mich jedoch kurzfristig überwinden. Statt vielleicht zwei Kugeln Eis zu kaufen, kaufe ich dann einfach mal nur eine. Bei der Shoppingtour stellen Sie sich die Frage, wie oft Sie das Oberteil wohl tatsächlich tragen werden – und ob Sie es wirklich unbedingt brauchen. Das nicht ausgegebene Geld legen Sie zur Seite. Sie werden sehen: Diese kurzfristigen Überwindungen werden auf Dauer eine stattliche Summe ergeben und dafür sorgen, dass Sie jedes Mal glücklich auf Ihr erreichtes Ziel schauen“, sagt Stritzelberger.

Konsequenz statt Strohfeuer

Zusammenfassend lässt sich sagen: Um seine guten Vorsätze dauerhaft zu verwirklichen, ist es entscheidend, die Dinge nicht als Strohfeuer zu entzünden, sondern sie regelmäßig und konsequent ins Leben zu integrieren. Stritzelberger ist sich sicher: „Wenn Sie wissen, was Sie wirklich möchten und bereit sind, den Einsatz dafür zu bezahlen, dann sind Sie nicht mehr aufzuhalten.“

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