Mit Finanzwissen Träume verwirklichen
Mittwoch, 25.04.2018

Mit Finanzwissen Träume verwirklichen

Wer ein Start-up gründen will, braucht mehr als eine gute Geschäftsidee. Gastronomin Alina Zimmermann weiß, was alles dazugehört.

30167. Was für viele Menschen einfach nur eine beliebige Zahl ist, ist für Alina Zimmermann weit mehr als das. Sie hat sich diese Zahl prominent auf ihren Laptop geklebt. Es handelt sich um die Postleitzahl der Nordstadt von Hannover. Hier wohnt die junge Gründerin inzwischen seit acht Jahren. Hier ist sie zu Hause. Hier fühlt sie sich unglaublich wohl.

Vor drei Jahren hat sich Alina unter dem Namen „love.it.healthy“ mit einem Gastronomiekonzept für gesundes Essen in der Hannoveraner Innenstadt selbstständig gemacht. Seit 2017 betreibt die Gründerin sogar einen zweiten Laden – bewusst unter einem anderen Namen. Denn während Alina in ihrer ersten Filiale in der Nähe des Hauptbahnhofs auf Essen zum Mitnehmen setzt, hat sie im „lieb.es“ ein ganz klassisches Restaurantkonzept umgesetzt. „Wir setzen auf frische regionale Waren. Das kommt bei unseren Kunden sehr gut an“, sagt die 26-Jährige.

Mit Finanzwissen Träume verwirklichen

Angebote für gesundes Essen in Hannover? Fehlanzeige!

Doch wie kam Alina überhaupt auf die Idee, sich selbstständig zu machen? „Ich bin gelernte Bankkauffrau und habe im Firmenkundenbereich der Bank gearbeitet. Dadurch habe ich das Unternehmertum sehr gut kennengelernt, und die Selbstständigkeit begann mich zu reizen“, sagt sie.

Im Vordergrund stand jedoch weniger die berufliche Eigenständigkeit, vielmehr fehlte Alina damals das Gastronomieangebot für gesundes Essen in Hannover. Zwei Jahre feilte sie an einem passenden Businessplan, bevor sie die Idee konkret umsetzte und ein Restaurant mit gesundem Essen in Hannover eröffnete. Der Weg bis zur erfolgreichen Jung-Gastronomin war steinig; rückblickend würde Alina diese Zeit und die damit verbundenen Erfahrungen aber gegen nichts auf der Welt eintauschen wollen. Sie sei stärker geworden und persönlich gewachsen – und nun gut aufgestellt für ihr erfolgreiches Geschäftsmodell.

„Ich habe mich immer gefragt, wieso niemand mit einem Businessplan vorbeikommt und ein Restaurant eröffnen möchte, das sich auf gesundes Essen spezialisiert.“

Von Spülen bis Kochen: Alina packt auch selbst mit an

Eine der größten Herausforderungen war gleich der Umbau ihrer ersten Filiale. Sie hatte damals einen Schmuckladen angemietet. Nur mit der nötigen Baugenehmigung konnte der Komplettumbau in eine Gastronomie erfolgen. Es wurden Wände eingezogen, Strom- und Wasserleitungen verlegt und eine Hebeanlage installiert, damit das Wasser richtig abfließen kann. Plötzlich musste sie sich mit vielen Dingen auskennen – Gespräche mit Ingenieuren, dem Bauamt oder auch der Feuerwehr waren an der Tagesordnung. „Das war schon oft witzig, zeigt aber auch die Vielfalt der Aufgaben, die durch eine Gründung auf einen zukommen“, sagt Alina rückblickend.

Komplett neu war für sie, „Chefin zu sein“, das musste sie erst für sich entdecken und definieren. Mittlerweile hat sie die Personalverantwortung für rund 40 Mitarbeiter und setzt sich für flache Hierarchien ein. Obgleich sie die Inhaberin ist, arbeitet sie tatkräftig mit und unterstützt ihr Team im Tagesgeschäft. So übernimmt sie vom Kochen über den Service bis zum Spülen alle anfallenden Aufgaben auch mal selbst.

Unerlässlich: betriebswirtschaftliches Hintergrundwissen

Zu Alinas Hauptaufgaben als Geschäftsführerin zählen alle anfallenden Büro- und Verwaltungstätigkeiten: Beispielsweise begleicht, schreibt und versendet sie Rechnungen, kommuniziert mit dem Steuerberater oder tauscht sich regelmäßig mit der Bank aus. Mit diesen Aufgaben musste sich die damals 23-Jährige erst anfreunden.

Sehr geholfen hat dabei ihr Finanzwissen. Denn als Gründerin ist es unerlässlich, von vielen finanziellen Dingen zumindest ein Grundverständnis zu besitzen. So sollte man in der Lage sein, eine betriebswirtschaftliche Auswertung zu lesen, und wissen, dass Umsatz nicht gleich Gewinn ist. Alina glaubt, dass viele junge Gründer genau an dieser Stelle scheitern.

„Als Gründerin ist es unerlässlich, von ganz vielen Dingen zumindest ein Grundverständnis zu besitzen.“

Alina hilft jungen Gründern

Inzwischen gibt Alina ihre Erfahrungen gerne an andere junge Gründer weiter. So hat sie vor Kurzem mit Geschäftskollegen den gemeinnützigen Verein „wasmitherz e. V.“ gegründet. Denn aus ihrer eigenen Gründerzeit weiß Alina, was es bedeutet, finanziell ein hohes Risiko einzugehen. Auch sie musste anfangs Schulden machen, einen Kredit bei der Bank aufnehmen. „Und das ist wirklich kein schönes Gefühl“, sagt Alina. Eine erhebliche finanzielle Belastung ist meist auch mit der Anmietung von Räumlichkeiten verbunden. Um diese Hürde abzumildern, stellt der Verein Menschen mit einem interessanten Projekt Räume zur Verfügung, in denen sie ihre Ideen weiter ausarbeiten können – und das, ohne langfristige und teure Mietverträge unterschreiben und sich dadurch direkt in ein größeres finanzielles Risiko begeben zu müssen.

Alina hat sich ihren Traum erfüllt und ist erfolgreich als Gastronomin in Hannover etabliert. Dank ihrer Hartnäckigkeit und entsprechender Unterstützung von vielen Menschen hat sie es geschafft, stets zwischen ihren Wünschen und dem realen Risiko abzuwägen. Man hilft sich eben in der Nordstadt. „Genau deshalb wird das hier immer meine persönliche Wahlheimat sein“, sagt Alina und schaut unbewusst auf den großen Aufkleber, der ihren Laptop schmückt.

 

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