Mittwoch, 10.01.2018

Geldanlage und Steuern

Was sich 2018 bei Fondsanlagen ändert.

Erträge aus einer Fondsanlage gehören zu den Kapitalerträgen und sind damit grundsätzlich steuerpflichtig. Zum Jahreswechsel haben sich hier einige Neuerungen ergeben.

Steuern auf inländische Erträge

Die wichtigste Änderung betrifft Erträge aus bestimmten inländischen Quellen. Dies sind im Wesentlichen inländische Aktienerträge, sprich Dividenden, sowie inländische Immobilienerträge. Das können zum Beispiel Mieteinnahmen sein oder Gewinne aus Immobilienverkäufen.

Diese werden nun auch bei einem inländischen Fonds bereits auf Fondsebene mit Steuern belastet.  Der Steuersatz beträgt dabei für Aktienerträge 15 Prozent, für Immobilienerträge 15,825 Prozent inklusive Solidaritätszuschlag.

Ausgleich durch Teilfreistellungen

Als Ausgleich gewährt das neue Recht unter gewissen Bedingungen eine sogenannte Teilfreistellung. Dadurch verringert sich die Bemessungsgrundlage für die Abgeltungsteuer, also der Betrag, auf den diese Steuer gezahlt werden muss. Und zwar

  • bei Aktienfonds um 30 Prozent
  • bei Mischfonds um 15 Prozent
  • bei Immobilienfonds um 60 bis 80 Prozent

Ausschüttungen, Vorabpauschalen und Veräußerungsgewinne

Die zu versteuernden Erträge werden ab 2018 in Ausschüttungen, Vorabpauschalen und Veräußerungsgewinne unterschieden. Dabei gilt:

  • Bei Ausschüttungen ist jeder Geldzufluss (nach Teilfreistellung) zu versteuern, eine Unterscheidung nach steuerfreien und steuerpflichtigen Teilen der Ausschüttung gibt es nicht mehr
  • Die Vorabpauschale wird eingeführt: Sie wird angesetzt, wenn die Ausschüttung unterhalb eines vom Zinsniveau (sogenannter „Basiszins“) abhängigen gesetzlich definierten Basisertrags liegt, ist aber auf den Wertzuwachs des jeweiligen Fonds im Kalenderjahr beschränkt. Insbesondere Anleger von thesaurierenden Fonds zahlen erstmals Anfang 2019 Abgeltungsteuer auf die Vorabpauschale
     

Eine weitere Neuerung für Anleger, die vor 2009 Fondsanteile erworben haben: Bislang mussten Wertzuwächse dieser Fondsanteile beim Verkauf nicht versteuert werden. Ab dem 1. Januar 2018 unterliegen die Kursgewinne, die mit diesen Anteilen erzielt wurden, der Steuerpflicht – soweit sie auf den Wertzuwachs ab 1. Januar 2018 entfallen. Es gilt für diese Kursgewinne jedoch ein einmaliger Freibetrag pro Anleger von 100.000 Euro.

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